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16.05.2019

Gott. Mord. Totschlag

Gott ist Liebe. Das lernen Christen von klein auf. Und trotzdem finden sich in der Bibel, gerade im alten Testament, viele Texte, die eigentlich nicht auf diese Liebe hindeuten. Wir fragen uns: "Wie finden wir den lieben Gott im Alten Testament?"

Am 4. Mai trafen sich wieder Denkerinnen und Denker aus ganz Österreich im Gebäude der adventistischen Union um sich gemeinsam einem schwierigen Thema zu nähern. Das Konzept ist simpel: Alle Fragen sind erlaubt, man blendet Vorwissen aus und versucht, sich völlig unvoreingenommen einem Thema zu nähern, das von einem der Teilnehmer im Vorfeld eingereicht wird.

Unter der Leitung von Martin Pröbstle, Shaina Strimbu und Gernot Kopa entwickelten sich in Kleingruppen interessante Gespräche. Im Mittelpunkt stand der Auszug Israels aus Ägypten und der Feldzug gegen alle Nationen, die das Land Kanaan besetzten. Die Geschichten klingen auf den ersten Blick grausam, ja sogar unfair. Und trotzdem fanden sich bei genauerem Studium Hinweise auf Aspekte, die der Gruppe weniger bekannt waren. Beispielsweise findet man den Hinweis, dass die Völker vor die Wahl gestellt wurden. Entweder Kooperation mit den Israeliten oder Kampf. Somit wurde den Völkern eine reale Chance gegeben. Zudem kann man auch in Josua's letzter Rede lesen, dass die Israeliten davor gewarnt werden, von Gott abzufallen, sonst würde ihnen das gleiche Schicksal zuteil werden, wie den Völkern vor ihnen in diesem Land. Gott steht für Gerechtigkeit. Er hat dieses Land für seine Leute bestimmt, wer sich an seine Gesetze hielt, konnte sich im Paradies auf Erden aufhalten, einem Land in dem Milch und Honig floss.

Nach einer kurzen Stärkung für den Magen ging es mit weiteren Begebenheiten aus der Bibel weiter, bis man sich am Abend schweren Herzens, aber mit rauchenden Köpfen voneinander verabschiedete. Nicht alle Fragen wurden beantwortet, manch einer ging mit mehr Fragen als zuvor Nachhause.

Aber auch das ist Denkraum, eine Anregung zum Selbststudium, Neugier zu wecken, eine Anregung dazu, sich ein eigenes Bild zu machen und von den schwierigen Stellen nicht einfach wegzusehen. Und so verabschiedete man sich doch gewissermaßen zufrieden, bereit für das nächste Treffen, bereit um sich wieder einem schwierigen Thema zu nähern und interessante Aspekte zu entdecken.

Bild 1 zum Block 1552
Bild 2 zum Block 1552
Bild 3 zum Block 1552
Bild 4 zum Block 1552
Bild 5 zum Block 1552
Bild 6 zum Block 1552

Autor: Christoph Tarita

Bildnachweis: Christoph Tarita